Sanskrit Lexikon

A

abhyasa Übung, Studium
acarya Lehrer, Meister
adharma nicht-Dharma, unrechtes Verhalten
advaita nichtdualistisch; neutrum: nicht-Dualität, Identität (bes. von atman und brahman)
advaita-vedanta nicht-dualistischer Vedanta, Philosophie des Monismus, eines der 6
philosophischen Systeme
agama religiöse Doktrin, Schrift; auch neutrum: sektarische Schriften, welche die Verehrung von Gottheiten lehren
agama-karma Karma, das künftig auf einen zukommt
agni Feuer(gott)
ahanta Ichheit, Ich/Selbst-Gefühl
aim bija-mantra Sarasvatis
ajña-chakra ‚Befehls-Chakra,‘ Zentrum zw. Augenbrauen, Stirnzentrum, 3. Auge
anahata-chakra Chakra des unangeschlagenen‘ (an-a-hata Klangs, der von selbst entsteht); Energiezentrum in der Höhe des Herzens
ananda Freude, Wonne, Glückseligkeit
ananda-maya-kosha aus Wonne gemachte Körperhülle
antar-karana inneres Organ, Sitz von Gedanken und Gefühlen, Denken
anuloma-viloma Wechselatmung
apana nach unten gehender Atem: einer der fünf Atemsorten, zuständig für Ausscheidung, Sexualität, Menstruation
aparigraha Nicht-Umfassen, nicht gierig zu sein; 5. yama in Yogasutra 2.30
arati (Hindi) Lichtzeremonie nach der puja
ardha halb, maskulinum: Hälfte
ardha-matsyendrasana Halb-Matsyendra-Sitz; Drehsitz; eine der 12 Grundstellungen im Hathayoga
Arjuna einer der fünf Pandhavas, Freund und Schüler Krshnas (siehe Bhagavadgita)
artha u.a. Zweck, Sinn, Nutzen, Objekt, Reichtum, Geld; eines der vier Ziele des Menschen
asana das sich-Hinsetzen, Sitz, Körperstellung
astasiddhi 8 siddhis, übernatürliche Fähigkeiten:
astim?, ‚Kleinheit,‘ Fähigkeit, klein wie ein Atom zu werden;
ashtanga achtgliedrig
asteya Nicht-Stehlen, einer der 5 yamas in Yogas?tra 2.30
tman das Selbst
avatara Herabkunft, Inkarnation (Gottes); die 10 klassischen Inkarnationen Vishnus
avidya Unwissenheit
ayurveda ‚Wissen über das Leben,‘ traditionelle indische Medizin

 

B

bandha (Ver-)bindung, im Yoga: Verschluss
basti Abdomen; im Yoga: Enddarmspülung, eine der sechs (Reinigungs-) Handlungen
bhagavad ehrwürdig, verehrungswürdig, steht für bhagav?n in Komposita
Bhagavad-gita die vom Ehrwürdigen gesungene (Upanisad),‘ Dialog zwischen Krshna und Arjuna aus dem Mahabharata
bhakti Zuteilung, Anteil; Verehrung, Hingabe
Bharata 1. mythischer König, 2. Name von R?mas Bruder
bhastrika eine Atemübung, die u.a. zur Erweckung der kundhalin? angewandt wird
Bhima Bruder Arjunas
bhramara Biene
bhujanga Schlange, Kobra
bhumika Erde, Platz, Stockwerk, Stufe, Grad
bhur-loka die Welt/Region der Erde, s. loka
bhuvana Ebene; s. loka
bhuvar-loka Region zwischen Erde und Sonne, Atmosphäre, s. loka
bija Samen
bja-mantra Samen-Mantra, aus einer Silbe bestehend
bindu Tropfen, Partikel, Punkt;
Brahma Schöpfergott, der Schöper,
brahma-carya Verhalten, das zum brahman führt;
buddhi Wahrnehmung, Intellekt, Unterscheidungskraft

 

C

chakra Rad, Energiezentrum im feinstofflichen Körper
cid-ananda reines Bewusstsein und Glückseligkeit
chin-mudra Handhaltung, bei der die Spitzen des Daumens und des Zeigefingers sich berühren und einen Kreis formen, die Handfläche weist nach vorn
citta Gedachtes, Gedanke, Denken (inkl. Gedächtnis, Unterbewusstsein), Vernunft

 

D

daraana das Sehen, die Sicht, Anblick (eines Gottes oder gurus); philosophisches System;
deva ein Gott (von div ‚leuchten‘); Bezeichnung für Brahmanen; Engelswesen
devi Göttin
dhirana das Halten, Konzentration, 6. Glied des achtgliedrigen Yoga des Patañjali

 

J

japa Wiederholung von mantras, Namen Gottes, etc.
jiva Lebensprinzip, individuelle Seele
jivan-mukta Befreiung der Seele
jñana Wissen
kaivalya Isolation, Trennung von Geist und Materie, Befreiung
Kali die Schwarze (Göttin); auch: weibliches Gegenstück zu Kala (Shiva); Form Durgas
kanda Knolle, Knoten; Wurzel der meisten nadis, zwischen bzw. über Anus und Geschlechtsorganen; ungefähr am Perineum beginnend
kapala Schädel
kapala-bhati ‚Licht/Glanz des Schädels,‘ Atemübung mit starker Ausatmung und automatischer Einatmung
kapha Schleim; einer der drei doshas (Konstitutionsarten) des ?yurveda
karana Ursache
karman Handlung; Ausführung religiöser Riten; Schicksal (gemäß dem Gesetz von Ursache und Wirkung)
kirtana das Preisen; Programm mit Gesang und Vorträgen über Gott und seine Taten
klesha Schmerz. Leiden, Übel; 5 kleshas
krama Schritt, Vorangehen, Abfolge
Krshna 8. Inkarnation Vishnus, belehrte Arjuna in der Bhagavadgita
kriya Ausführung, Handlung, Praxis, religiöser Ritus etc.; im Hathayoga:
Reinigungsübung, s.satkarma
ksipta geworfen (von einem Objekt zum anderen durch Einfluss von rajas)/instabil, eine der Ebenen des Geistes, s. bhumi
kumbhaka Anhalten des Atems
kundalini die durch Ringe charakterisierte, aufgerollte; Be- zeichnung für die kreative Kraft, die vom unteren Ende der Wirbelsäule bis zum brahma-randhra aufsteigen kann

 

L

lam bija mantra des muladhara-chakra und der Erde
laya-yoga Form des kundalini-yoga, bei dem alle Elemente bzw. Manifestationen von Energie in die Urenergie zurückgeführt werden
lila Spiel
loka Welt; sieben Welten
maha/mahat groß
maha-bandha großer Verschluss: vollständiger Verschluss mit mula- udhiyana- und jalandhara-bandha
Mahabharata Name des großen indischen Epos, in dem die Bhagavadgita enthalten ist
manas Denkorgan, Denken, Geist
mandala Kreis; in Ritualen: meist punktsymmetrisches Dia- gramm
mani Juwel
manipura Juwelensee, -flut, Nabel
mano-maya-kosha die aus Denken gemachte (geistig-emotionale) Hülle
mantra Strophe aus den Vedas; Anrufungsformel für Gottheiten; Formel/Silben zur Meditation
mauna Stille, Schweigen
maya Täuschung, Zauberkraft, Illusion, durch die man das nicht reale Universum für existent hält und für getrennt von der höchsten Realität (brahman)
moksha Befreiung
mudha dumpf (durch Einfluss von tamas/Schlaf), eine der Ebenen des Geistes, s. bh?mi
mudra Siegel, Bild, Zeichen; Finger- und sonstige Position; im Hatha Yoga: Körperstellung, verbunden mit bestimmter Atemtechnik, oft auch mit bandha, Visualisierung und Mantra
mula Wurzel
nada Geräusch, Klang
nauli eine der sechs Hauptkriy?s im Hatha Yoga, bei welcher der Darm durch Bauchmuskelbewegung massiert wird
neti Methode zur Nasenreinigung
nidra Schlaf
nir-guna ohne Qualitäten/Eigenschaften
ojas Stärke, Energie, Vitalität, Glanz, Licht; spirituelle Energie

 

P

padma Lotus
Patañjali Name des Verfassers eines Werks zur Grammatik (ca.3. Jh. v. Chr.); Name des Verfassers der Yogasutras (ca. 350 n.Chr.)
pingala eine der drei Hauptnadis, auf der rechten Körper- hälfte befindlich, wird als mit der Sonne verbunden angesehen
prana Atem, Lebensenergie
prana-maya-kosha aus Atem gebildete Körperhülle
pranayama Atemkontrolle, Atemübunge
puja Verehrungsritual
Purana ‚alte‘ hinduistische Schriften zu Mythologie, Götterverehrung etc.
purna voll; neutrum: Fülle
purusha Mann, Mensch, Selbst, Geist (im Gegensatz zu Materie, prakiti)

 

R

raja-yoga Yoga der Könige, königlicher Yoga
ram bija-mantra des manipura-chakra, steht für Feuer
Ramayana das Gehen/der Weg (ayana) R?mas: Epos über König Rama, seine Frau Sita und deren Wiedergewinnung aus der Gefangenschaft beim Dämonen Ravana
rasayana ayurvedische Medizin zur Lebensverlängerung

 

S

sac-cid-ananda Sein–Wissen–Glückseligkeit
sadhana Mittel zum Erlangen; yoga u. ä. Praktiken
sadhu guter, tugendhafter Mann, Weiser, Asket
saguna mit Eigenschaften/Qualitäten
sahasra tausend
sakshi-bhava Zustand des Zeugen, das Gefühl, Beobachter aller Handlungen zu sein (u.a. Meditationstechnik)
samadhi Sammlung, meditativer Zustand, in dem nur Objekt übrig ist
sa-manu ‚mit mantra (manu),‘ Wechselatmung mit Mantra und Konzentration auf die vier Elemente
samhita ‚die Zusammengesetzte,‘ Sammlung (von Texten, Versen etc.)
samyama Kontrolle, Konzentration; in YS 3 Übung von dh?ran?, dhy?na, samyama zur Erlangung übernatürlicher Kräfte und Erkenntnisse
sankalpa Wille, Absicht, Entschluss, Vorstellung, Gedanke, Idee, Gelübde
sannyasin Mönch
santosha Zufriedenheit, einer der niyamas
sat Seiendes, Realität
sattvapatti 4. bhumika: Erlangen von sattva: gefestigt im Selbst/in der Wahrheit werden
sat-karma Gruppe von sechs Reinigungsübungen(satkriya) nach HYP 2.22ff: dhauti, basti, neti, trataka, nauli, kapala-bhati
sauca Reinheit, Sauberkeit; Reinigungsritual
shavasana Leichenstellung: Entspannungslage auf dem Rücken
sava Leichnam
Shiva einer der Hauptgötter des Hinduismus; einer der ‚Gruppe der drei Gestalten‘ der Zerstörer
sloka Strophe mit 4 x 8 Silben (Beispiel s. unter bhakti)
sruti das Hören, Klang; die geoffenbarten Texte: Veda
siddha ‚Vollendeter,‘ Weiser, mit übernatürlichen Fähigkeiten (siddhi)
siddhi Vollendung, Perfektion, übernatürliche Kraft
Sita Ehefrau Ramas (s. Ramayana)
smrti Erinnerung; im Gegensatz zu ?ruti diejenigen autoritativen Texte des Hinduismus, die von Menschen verfasst wurden, insbes. Gesetzbücher
so’ham ‚ich bin er (das Selbst/der hamsa),‘ Mantra, das automatisch durch Ein- und Ausatmen zustande kommt
sthira fest
sthula grob
sthula-sarira grobstofflicher (physischer) Körper
surya Sonne
sutra Faden, Lehrsatz, Text mit Lehrsätzen
svar-loka Himmelsregion, dritter der sieben lokas (s. loka); im Yoga: Kausalebene

 

T

tada Schlag, Peitschenhieb; Berg
tadasana Berg-Stellung
tapa Hitze, Qual, Leid
tapas Hitze, Feuer, Schmerz, Askese (Ansammlung innerer/spiritueller Hitze)
tattva das ‚So-sein,‘ Realität (auch höchste), Element
tham b?ja-mantra des Mond-cakras und des Nektars
tilaka mit Sandel, roter Farbe etc. auf die Stirn gemaltes Zeichen
trataka Fixierung des Blicks, Augenreinigungsübung, eines der sat-karma
turiya ‚vierte,‘ 4. Bewusstseinszustand (neben Wachen, Traum- , Tiefschlaf); Zustand der Befreiung; s. bh?mik?, turyag?
tvam du

 

U

udana ’nach oben gehender Atem,‘ einer der fünf Hauptpr?nas
uddhiyana-bandha Bauchverschluss, Zurückziehen des Bauches, wodurch pr?na in die susumn? fliegen soll
ujjayin/ujjayi dritter der 8 pranayamas, bei dem die Stimmritze leicht verschlossen und der Atem mit einem Geräusch ein- und ausgeatmet wird
Upanisad Text bzw. Textgattung; letzter, vorwiegend philosophischer Teil des Veda

 

V

vairagya Abwesenheit von Leidenschaft, Askese
vam bija-mantra des svadhisthana-chakra (Wasser)
vayu Wind
Veda Wissen; Gruppe der ältesten überlieferten indoeuropäischen Texte; gelten als heilig
vidya Wissen, Gelehrsamkeit, richtiges/spirituelles Wissen; Meditationen aus den Upanisads
vikalpa Zweifel, Zögern, Alternative, Unterscheidung, Unsicherheit, Phantasie, mentale Beschäftigung
Vishnu einer der Hauptgötter des Hinduismus; einer der ‚Gruppe der drei Gestalten‘
der Erhalter
viveka Unterscheidung; Kraft, Realität von Illusion zu unterscheiden
vyana einer der fünf Hauptpranas, durchdringt den Körper in alle Richtungen; verantwortlich für Blutkreislauf

 

Y

yam bija-mantra des anahata-cakra (steht im Zusammen- hang mit Luft)
yantra u.a. Instrument; magische geometrische Figur
yoga das Anschirren, Joch, Verbindung, Vereinigung, Praxis etc.; neuerlich auch interpretiert als Einheit, Harmonie; eines der klassischen Philosophiesysteme;meditativer Zustand ohne Gedanken; Übungen, die dahin führen
yogi männliches Gegenstück zu yogini
yogini  weibliches Gegenstück zu yogi
yoni-mudra Fingerposition, bei der mittels der zehn Finger die Energie der 5 Sinne nach innen gekehrt wird, um zum Urgrund aller Dinge zu gelangen
yuga u.a. Zeitalter, deren es vier gibt

 

 


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